Ausbauanleitung
Es gibt grundsätzlich drei Bauformen der Flash-PROMs. Diese zwei werden auf den Mainboards verwendet: PLCC und DIP. Die dritte Bauform, TSOP wird nicht verwendet, diese Gehäuseform kann nur aufgelötet werden.
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DIP32 (Dual Inline Plastik, 32 Pins) ist ein Plastikbaustein mit
zwei Reihen von je 16 Anschlüssen. Die Gehäuse sind etwa
42 mm X 15 mm groß.
Die DIPs sind recht einfach auszubauen: Einen flachen
Schraubendreher mit nicht zu schmaler Klinge wird vorsichtig
zwischen Fassung und IC gedrückt. Dann hebelt man vorsichtig
den Baustein auf einer Seite heraus, ohne ihn zu verkanten. Das
Gleiche macht man von der anderen Seite, bis das IC leicht mit den
Fingern endgültig aus der Fassung gezogen werden kann. Hierbei
sollte man einfach nur darauf achten, dass man nicht mit der
Schraubendreherklinge auf der Platine irgendwelche Leiterbahnen
zerstört oder die Beinchen des IC zu sehr verbiegt, die
brechen nämlich leicht ab.
Der Einbau ist noch einfacher. Einfach wieder zurück in die
Fassung stecken und leicht andrücken, bis das PROM richtig in
der Fassung sitzt. Von der Rückseite des Mainboards sollte ein
entsprechender Gegendruck ausgeübt werden, damit nicht
irgendwelche Schäden am Board entstehen. Auch sollte man auf
die richtige Richtung achten. Der Baustein hat eine Markierung an
einem Ende, meist eine kleine halbkreisförmige
Einprägung. Die muss in die gleiche Richtung zeigen, wie beim
Ausbau, sonst gibt es Rauchzeichen und der Baustein ist hin. Auf
dem Mainboard ist in den meisten Fällen ein entsprechender
Aufdruck und auch die Fassung trägt meistens eine
Markierung.
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PLCC32 (Plastic Leadless Chip Carrier, 32 Anschlüsse) ist
ein fast quadratischer Baustein in der Größe 15 mm X
12,5 mm.
PLCC-Bausteine sind ungleich schwieriger auszubauen. Zum einen
sitzen die Dinger richtig fest in der Fassung, zum anderen hat man
keine vernünftige Handhabe um irgendwo einen Schraubendreher
drunter zu würgen. Schaut man aber genau hin, so sieht man an
zwei gegenüberliegenden Ecken der Fassung kleine rechteckige
Aussparungen. Die wurden geschaffen um dort einen PLCC-Auszieher
(kostet ca. 5,--€ bei Reichelt Elektronik, www.reichelt.de)
anzusetzen, mit dem man das IC aus der Fassung bringt.
Behelfen kann man sich mit zwei Uhrmacherschraubendrehern, ca. 1,5
mm Klingendurchmesser, die in diese Aussparungen gesteckt werden.
Dann gaaaaaaanz vorsichtig das IC durch gleichmäßigen
Druck auf beide Schraubendreher heraushebeln. Bei PLCC besteht sehr
leicht die Gefahr, dass die Fassung bricht. Solange sie aber nicht
komplett zerbröselt ist, ist sie meistens weiterhin
verwendbar. Außerdem, wenn's leicht knackt und knistert, ist
es noch kein Hinweis auf ein sterbendes IC oder der Fassung. Es
gehört also etwas Erfahrung und Fingerspitzengefühl dazu.
Der Einbau ist deutlich einfacher. Baustein wieder zurück in
die Fassung stecken und leicht andrücken, bis das PROM richtig
in der Fassung sitzt. Von der Rückseite des Mainboards sollte
ein entsprechender Gegendruck ausgeübt werden, damit nicht
irgendwelche Schäden am Board entstehen. Auf die richtige
Polung braucht man nicht zu achten, der Baustein passt nur in eine
Richtung in die Fassung hinein. Dafür ist eine Seite
entsprechend der Fassung angeschrägt und bildet so eine
unverwechselbare Führung.
Hinweis auf Gefahren
Es gibt natürlich immer Gefahrenpotentiale bei Arbeiten mit
Halbleiterbauteilen. Eine Gefahr ist das Zerbrechen des Bauelements
oder seiner Fassung. Es ist also bei diesen mechanischen Arbeiten
immer Vorsicht angesagt.
Es besteht auch die Möglichkeit die Bauteile durch ESD
(ElektroStatic Discharge), also durch elektrostatische Entladung,
zu zerstören.
Richtige Profis erden sich und das zu bearbeitende Gerät mit
einem sog. Antistatikarmband. Nur liegt das leider nicht in jedem
Haushalt rum.
Alternativ dazu reicht auch eine leitfähige Verbindung
zwischen Rechner und Erde. Nicht empfohlen werden kann der
Anschluss des Netzkabels. Zwar erhält man auch dadurch eine
Geräteerdung, aber das Gerät steht dann unter (Netz-)
Spannung!
Sicherer ist ein einzelnes Kabel zwischen Gehäuse und einem
Erdanschluss (am besten Schutzerdekontakte einer Steckdose,
mögliche Alternativen:
Wasserleitung, Heizung).
Ich habe mir dazu ein "Heckispezialkabel" gebastelt. Einen
Schukostecker, dem ich die beiden Steckerstifte gezogen habe, so
dass nur das Steckergehäuse mit Erdkontakten übrig
geblieben ist, ein Stück isolierte Litze, ein Widerstand mit 1
Megaohm und eine Krokodilklemme.
Den Widerstand auf der einen Seite an die Schutzerdkontakte
anschrauben, an die andere Seite wird das eine Ende der Litze
angelötet. An das andere Ende der Litze kommt die Krokoklemme.
Damit ist ein PC-Gehäuse ohne Netzanschluss ESD- und
personensicher zu erden.




